Wer im Web wirklich sucht braucht google & bing & Nischenmagazine

Manchmal muß man sich doch einen klaren Blick verschaffen. Dazu gehören so „alte“ Sätze wie „Wer wissen will, wohin er geht muß wissen, woher er kommt.“ Der Satz stimmt immer noch. Dies im Sinne schreibe ich über facebook und google und wie sie alle heissen. Es ist nur ein paar Jahre her, da wurden Internetseiten noch von Menschen angeschaut und kontrolliert, ob sie einen Eintrag in einer Suchmaschine auch wert sind. Das ist vorerst vorbei.


Jetzt werden ganze Kolonien von Schreibern gebraucht, um Texte (Content) zu verfassen, der dazu dienen soll, über die maschinellen Suchmaschinen besser gefunden zu werden, damit man dann dort die Werbung anklickt. Zur Zeit schaffen es google und bing und co noch, einige davon auszusortieren. Denn wenn die Inhalte letztlich sinnlos im Sinne eines benutzbaren Informationsgehaltes sind, dann wird es auch sinnlos, über Suchmaschinen danach zu suchen. Das wäre dann die Rückkehr der guten alten Handarbeit - aber so weit ist es noch nicht. Aber es ist viel schwieriger geworden, echte Informationen zu finden. Damit grenze ich in diesem Artikel schon aus. Denn es geht mir um die Begründung der Nische und das individuelle, anspruchsvolle und vor allem lesende Publikum. Es geht mir nicht um die Menschen, die nur Einzelwörter erfassen können und sinnerfassendes Lesen nicht gelernt haben. Nein, mir geht es um die Menschen, die gut, viel und schnell lesen und die echte Infos haben wollen.
Auch dafür sind Suchmaschinen gut. Wenn sie denn die Nischen finden, die Menschen wie ich zusammen mit anderen aufgebaut haben. Diese, nennen wir sie, Nischenmagazine im Web garantieren genau das, was woanders nicht mehr zu finden ist. Weniger ist mehr lautet in diesen Magazinen die Devise. Endlichkeit als Erfolgskriterium und seriöse Berichte als Qualitätsmerkmal. Natürlich streife ich auch mal durch das Web. Nicht umsonst habe ich mir mal die Adresse webwanderer gesichert. Aber ich weiß wirklich nicht, was ich bei facebook länger soll. Diese zufälligen Welten mit leeren Infos, die als neuste Meldungen durch das Programm schwirren, sind für mich sehr sinnlos. Ähnlich ergeht es mir bei Portalen, in denen es zwar Tests gibt, aber diese so kurz sind, dass man sie fast selber schreiben kann. Ich glaube, dass die Welt der Bücher und Magazine letztlich entscheidende Erfolgskriterien auch für das Internet formuliert. Oder anders ausgedrückt, wer ernsthafte Infos will, der will eine überschaubare Seite mit guter Aufmachung und nutzbaren Inhalten. Dabei darf die Präsentation schon die multimedialen Möglichkeiten nutzen. Aber immer den Lern- und Arbeitsstrukturen des Menschen angepasst. Meine Kritieren sind gute deutsche Namen mit überschaubaren Inhalten und einem klaren Ende. Eben wie in einem Buch. Irgendwann weiß man, jetzt ist es hier zu Ende und ich habe es geschafft, das Magazin, den Artikel, die Webseite zu lesen. Man muß also unterscheiden zwischen unendlichen Suchseiten und inhaltlichen Webseiten. Da gibt es einerseits Lexika wie Wikipedia, dann gibt es Portale für Vergleiche von Waren und Dienstleistungen und dann gibt es die Seiten, die gedanklichen Vielfalt bieten, eben Magazine mit individuellen Artikeln und einem hohen Informationsgehalt. Je unübersichtlicher und inhaltsleerer und werbungsvoller die großen Webseiten werden desto besser für die kleinen Seiten. Diese haben eben dadurch auch gute Chancen in Suchmaschinen, nicht immer aber immer wieder. Und da immer mehr Menschen die großen Suchmaschinen nutzen und merken, dass echte Infos weiter hinten sind, desto mehr ändert sich bei dieser Suchergruppe auch der Filtermechanismus. Ich weiß, daß ich mit dieser Auffassung natürlich nicht die Mehrheit hinter mir habe. Die meisten wollen etwas Anderes. Das ist ihr gutes Recht. Aber das ist wie mit guten Büchern: die werden auch nur von wenigen gelesen und kaum Beststeller. Aber letztlich leben auch die Suchmaschinen davon, dass im Netz echte Inhalte zu finden sind. Wenn wir uns die Inhalte wegdenken, wonach sollte man dann noch suchen? Deshalb ist es so wichtig, diese Bereiche auszubauen. Und da gibt es erhebliche Probleme, weil echte Inhalte den Ablauf des Konsumstromes stören. Auf der Suche nach dem Glück jagen die meisten von uns jedem Versprechen hinterher. Das ist eingebaut und diesen Weg zu verlassen muß man täglich üben. Doch wer macht das schon. Daher braucht es die Nischenmagazine, um die Chance des Internet nach guten Informationen auch nutzen zu können. Und um es mal an einem kleinen Beispiel deutlich zu machen. In dem Reisemagazin Travigal schreibe ich ja zusammen mit zwei anderen Redakteuren über Dinge, die wir selbst erlebt haben. Es sind alles individuelle Reisen, die anregen sollen und die zugleich die Gegenwart dokumentieren. Das kann man so übrigens in einem Video nicht. Die dortigen Sinneseindrücke mögen schön sein aber die aufbereitete Fülle an tieferen Informationen sind erst in der journalistisch aufbereiteten gedanklichen Durchdringung - mit oder ohne audiovisuellem Hörerlebnis - möglich. Ökonomisch betrachtet liegt an dieser Zielgruppe, die so etwas sucht, auch ein besonderer Reiz. Es sind eben im positiven Sinne anspruchsvollere Menschen, die dann auch diese Informationen finden. Und da schließt sich der Kreis. Es lohnt sich daher auch für Kunden, die ihre Dienstleistungen und Produkte, die etwas schwieriger, anspruchsvoller, individueller sind in dien Nischen dafür im Web zu werben, weil sie dort gefunden werden und Alleinstellungsmerkmale auf der Seite haben.  Denn ich gehe davon aus, dass Nischenwerbung erfolgreicher ist als Breitenwerbung, weil das Publikum feine Angebote und feine Infos auch zu schätzen weiß.

[shariff]

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